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Übersicht über gängige Ernährungsformen
(aus der Diplomarbeit von Viktoria Tazber)

 

ANTHROPOSOPHIE

Herkunft:
Der Begründer der Anthroposophie ist Rudolf Steiner (1861 -1925)

Hintergrund:
Die Anthroposophen stimmen ihre Ernährung nach den vier Temperamenten ab, die sie wieder den vier klassischen Elementen zuordnen. Die Temperamente bedingen sich jeweils durch die Dominanz der vier Wesensglieder des Menschen, die vier Elemente werden jeweils einem Pflanzenteil zugeordnet. Die Ernährung ist Hilfsmittel, um seinen Körper (den Erdenleib) zu bilden und ihn wandelbar zu halten, denn ihn braucht der Mensch, um seine Erdenerfahrungen zu machen, um die geistig-seelische Entwicklung zu unterstützen. Lebensrhythmus entsteht durch die vier Elemente, die den vier Ätherarten zugeordnet sind.

Sanguiniker Luft Lichtäther Blüte Geist
Choleriker Feuer Wärmeäther Frucht Seele
Phlegmatiker Wasser chemischer Äther Blatt Lebensleib
Melancholiker Erde Lebensäther Wurzel physischer Leib

Durchführung:
Durch Verwenden der Geschmacksrichtungen, die wieder den Elementen zugeordnet sind, werden die einzelnen Temperamente bei Bedarf unterstützt und gestärkt:

Sanguiniker:
+ Luft, Blüte
+ Geist-Seele vom Außen ins Innere leiten und dort verankern.
+ Sanguiniker sind begeisterte Esser aber leicht ablenkbar. Er soll Süßes meiden (ohne Zucker entwickelt die Leber eine regere Tätigkeit aus eigener Kraft heraus) und lernen, den leicht bittere
+ Geschmack zu akzeptieren (bitter regt die Leber an). Da Sanguinikern dem Bitteren des Lebens aus dem Weg gehen, fehlt ihnen die Tiefe des Erlebens.
+ er wählt zarte und feine Gemüse wie Blumen- und Rosenkohl. Rote Beete und Karotten (Süße im Wurzelhaften) sind für den Sanguiniker heilsam, da seine Leichte durch die Tiefe der Wurzel verankert wird.
+ Getreide sind sehr wichtig besonders Hirse, Weizen, Roggen und Gerste.

Rudolf Steiner

Choleriker:
+ Feuer, Frucht
+ Der Choleriker ist ein Willenstyp. Bei ihm darf es zu keinen Stauungen kommen, sonst gibt es Explosionen. Stockungen werden durch scharfe Wurzeln, wie Rettich, Sellerie und Kren (durchstrahlen den Stoffwechsel) verhindert.
+ Gewürze, wie Kümmel, entlasten die Verdauung und leiten die Feuerkräfte aufwärts, damit sie von der Zirkulation und Atmung aufgenommen und verwandelt werden können.
+ für den Choleriker ist Nahrung, die bei der Verdauung nicht leicht zu überwinden ist, wie Rohkost, grobes Brot, kernige Getreidegerichte sehr gut. Der Choleriker muss etwas zu kauen haben.
+ Getreide: Hafer in Maßen (nach dem Prinzip das Ähnliche nicht zu meiden), Roggen, Gerste und Weizen

Melancholiker:
+ erdhaft, salzig, bitter
+ Geist-Seele aus der Verhaftung im Stoffwechselbereich lösen und zur Umwelt führen
+ Besonders gut sind Karotten (Wurzel & Süßes), die himmlische Süße im Kleide der ihm verwandten Erdenwurzel
+ wärmende Gewürze wie Fenchel, Anis, Kümmel, Basilikum, Thymian, Majoran, Salbei sind heilsame Lichtelemente für den Melancholiker
+ Kiesel = Tor für das Licht ' Getreide mit besonderer Kieseldynamik, Licht und Wärme, wie Gerste, Hirse, Hafer und Buchweizen sind für den Melancholiker empfehlenswert
+ Mais, das Getreide der Melancholie (demonstriert Schwere und ist saturnisch geprägt) soll nicht ganz gemieden werden, sondern gut gewürzt nach dem Prinzip der Ähnlichkeit verwandelt werden

Phlegmatiker:
+ Wasser, Blatt
+ Wässrige Früchte, wie Gurken und weiche Breie sollen nur mäßig gegessen werden.
+ in der Natur in heilsamer Weise verwandelte Blattgewächse mit Schärfe und Feuer (Zwiebel) bringen Phlegmatiker in Gang.
+ Schrotbreie, Müslis, Kohl, Blattsalate und Gurken immer feurig würzen.
+ Kümmel regt die schlechte Verdauung an (Blähungen).
+ sauer ist für den Phlegmatiker gut.
+ Getreide: Hafer passt bestens, er stachelt den Phlegmatiker an. Reis mit
+ Curry wird nach dem Prinzip der Ähnlichkeit verwandelt.

Die Menschen sollten:
+ in sanguinischem Sinne für die Schönheiten des Lebens offen sein
+ mit cholerischer Tatkraft fruchtbar wirken
+ als Melancholiker denken und
+ als Phlegmatiker beschauliche Betrachtungen üben,
Für alles dieses können wir durch eine menschengerechte Ernährung den Boden bereiten.

Anwendung:
Die Anthroposophie ist eine ganzheitliche Lehre, die über die Grenzen der Sinneswelt hinausgeht. Die Ernährung wird als Hilfsmittel angesehen, um angestrebte Gesundheits- und Entwicklungszustände zu erreichen. Die Nahrung ist aus kosmischen und irdischen Kräften
Gewoben. Die hohe Nahrungsmittelqualität wird durch biologischen, dynamischen Landbau (Demeter) erreicht.

Literatur:
Steiner Rudolf: Anthroposophie
Gerhard Schmidt: Dynamische Ernährungslehre Bd. I & II
Wolff Otto: Was essen wir eigentlich?
Renzenbrink Udo: Ernährungskunde aus anthroposophischer Erkenntnis; Ernährung unserer Kinder; Die sieben Getreide; Zeitgemäße Getreideernährung
Bühler Walter: Der Leib als Instrument der Seele
Rudolf Hauschka: Heilmittellehre; Substanzlehre; Ernährungslehre

AYURVEDA

Herkunft:
Ayur-Veda ist die Heilkunde der vedischen Zivilisation Indiens.
Der Name besteht aus zwei Komponenten. Ayur bedeutet Leben, Veda steht für Wissen, also die Wissenschaft vom Leben.

Hintergrund:
In den Menschen wirken drei Kräfte "Doshas":
+ Vata (Äther und Luft)
+ Pitta (Feuer und Wasser)
+ Kapha (Wasser und Erde)

+ Vata reguliert des Nervensystem und den Kreislauf, ist für alle Bewegungen und Empfindungen des Körpers verantwortlich (Bewegung)
+ Pitta steuert alle Stoffwechselprozesse. (Umwandlung)
+ Kapha unterstützt und liefert die Substanz des Körpers (Formgebung)

Alle drei Doshas sind in jedem Menschen vorhanden, jedoch überwiegt schon bei der Geburt eine Kraft und bestimmt entsprechend den Typ.

Durchführung:
Ernährung erfolgt entsprechend dem Konstitutionstyp. Dieser wird mit einem Fragebogen ermittelt. Indische Ärzte arbeiten vor allem mit Pulsdiagnostik.
In den Mahlzeiten sollten die sechs Geschmacksrichtungen - süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf - vertreten sein.

+ Vata wird erhöht durch scharf, bitter und herb
+ Vata wird reduziert durch süß, sauer und salzig
+ Pitta wird erhöht durch scharf, salzig und sauer
+ Pitta wird reduziert durch süß, bitter und herb
+ Kapha wird erhöht durch süß, sauer und salzig
+ Kapha wird reduziert durch scharf, bitter und herb

Vata-Ernährung:
+ generell leiden Vata-Typen unter Unterernährung
+ sollen häufiger und mehr essen
+ Nahrung soll beruhigen, erden und nähren
+ sie soll warm, schwer, feucht und stärkend sein
+ süße, saure und salzige Nahrung ist am besten
+ scharfe Gewürze gleichen die schwankende Verdauungskraft aus

Pitta-Ernährung:
+ brauchen eine Ernährung die kühlt, befeuchtet und erdet
+ sie haben beste Verdauung und Appetit
+ vertragen Fehlkombinationen, Zusammenhang zwischen Essfehlern und Krankheiten sind verborgen
+ besonders zu meiden sind Gebratenes, Frittiertes, Öliges
+ bei Stress, Ärger und Entrüstung sollte nicht gegessen werden
+ drei Mahlzeiten täglich sind ausreichend

Kapha-Ernährung:
+ generell weniger essen und reichlich Kräuter und Gewürze verwenden
+ nach dem Essen nicht schlafen statt dessen bewegen
+ schwere Mahlzeiten am Abend sind sehr schädlich
+ bei zu viel Nahrung bildet sich Schleim im Körper
+ kalte, schwere und ölige Speisen meiden
+ Ernährung soll warm, leicht und trocken sein

 

Ayurveda kennt drei Qualitäten von Dichte bei Nahrungsmitteln:

+ eine feinstoffliche, die das Gemüt aufbaut = sattvisch
+ eine weniger feine, die den physischen Körper aufbaut = radschasisch
+ eine grobstoffliche Qualität = tamasisch

Anwendung:
Die ayurvedische Ernährung unterscheidet sich grundlegend von den westlichen Ernährungslehren. Es gibt keine objektiv richtige Ernährungsempfehlung, die jedermann paßt. Vielmehr geht man davon aus, dass jeder Konstitutionstyp und jede Gesundheitsstörung andere Nahrungsmittel braucht, um in seinem Gleichgewicht zu bleiben oder wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Deshalb wird die Ernährung individuell besprochen.
Wer sich für Ayurveda in der Küche entscheidet, wird langfristig Übergewicht verlieren, Essstörungen ausschalten und für eine regelmäßige Verdauung sorgen können. Es bedeutet nicht nur vegetarische Speisen. Die ayurvedische Ernährung baut auf dem Prinzip des Ausgleichs auf:
vorherrschende, dominante Energie reduzieren, die anderen aufbauen = Gleichgewicht unter den Doshas.

Literatur:
Burkart Axel: Jungbrunnen Ayurveda
Cavelius Andrea-Anna: Gesund und schön durch Ayurveda
Chopra Deepak: Ayurveda
Cousens Gabriel: Individuelle Ernährung mit Ayurveda
Frawley David: Vom Geist des Ayurveda
Hanusch Karl-Heinz: Ayurveda
Hosbach Ellen: Ayurveda wirkt natürlich
Lad Vasant: Das Ayurveda Heilbuch
Mayer Jürgen: Ayurveda
Morrison Judith: Ayurveda
Rhyner Hans: Gesund leben, sanft heilen mit Ayurveda
Rosenberg Kerstin: Ayurveda, Das Ayurveda-Ernährungsbuch
Sabnis Nicky Sitaram: Sanft abnehmen mit Ayurveda
Schacker Reinhart: Das Ayurveda Lebensbuch
Scherer Dieter: Das große Ayurveda-Buch
Schutt Karin: Ayurveda
Thakkur Chandrasekhar G.: Das ist Ayurveda
Thompson Dennis: Das Ayurveda-Ernährungsprogramm für mehr Lebensenergie
Veit Elisabeth: Idealgewicht mit Ayurveda


ERNÄHRUNG NACH DEN FÜNF ELEMENTEN

Herkunft:
China (dorthin gelangte es vermutlich aus Indien und wurde dann verändert)

Hintergrund:
Die Ernährung nach den fünf Elementen ist begründet auf der taoistischen Lehre:
+ das Modell von Yin und Yang erklärt Ungleichgewichte im Organismus und die thermische Wirkung der Nahrungsmittel
+ das Fünf -Elemente - System erklärt körperliche und psychologische Zusammenhänge und den Einsatz der Nahrungsmittel bezüglich ihrer Geschmacksrichtung

Yin und Yang Modell:
Yin = Substanz, Blut, Säfte, bringt Form, wirkt kühlend und befeuchtend
Yang = Energie und Wärme, Aktivität, erwärmt den Körper
(Achtung: in der Makrobiotik wird Yin und Yang vertauscht verwendet!)

Krankheit bedeutet, Yin und Yang sind im Ungleichgewicht, Organ und Meridian (Engergieleitbahn) haben zuviel oder zuwenig Energie (Yang) oder Substanz (Yin). Es herrscht eine Fülle oder Leere in einem oder mehreren Organen.

Yin - Mangel:
+ Ursache: austrocknende Genußmittel(Kaffee, Schwarztee), Stress, Schlafmangel, intellektuelle Überanstrengung, Arbeit am Bildschirm, Fernsehen
+ Symptome: Lichtempfindlichkeit in den Augen, eingeschlafene Gliedmaßen, Nachtschweiß, Einschlafschwierigkeiten, Nervosität, Haarausfall, trockene Schleimhäute

Yin - Fülle:
+ Ursache: schleimbildende Nahrungsmittel wie Milch
+ Symptome: Wasseransammlungen

Yang - Mangel:
+ Ursache: Überarbeitung und Konsum von kühlenden Nahrungsmitteln (Speiseeis, kalte Getränke, Rohkost, Salat, Milch und Süßigkeiten)
+ Symptome: Körperfunktionen laufen zu langsam ab ' Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl, Übergewicht, Ödeme, Gelüste auf Süße, Konzentrationsschwäche

Yang - Fülle:
+ Ursache: zuviel erwärmende Nahrungsmittel wie Fleisch, Kaffee, Alkohol, hitzige Emotionen, Wut
+ Symptome: rote Gesichtsfarbe, Schlafstörungen

Fünf - Elemente - System
Nahrung beeinflusst Psyche und Geist. Über das Fünf - Elemente - System sind Körper, Psyche und Geist miteinander verknüpft. Bestimmte Emotionen (sind bestimmten Elementen zugeordnet) haben Einfluß auf bestimmte Körperorgane und umgekehrt:
+ übermäßiger Zorn oder Ärger schadet der Leber; Kreativität und Großzügigkeit stärken sie
+ anhaltende Traurigkeit verletzt die Lunge; Zuversicht und Optimismus stärken sie
+ starke Begierde und Zeitdruck reizen das Herz; geistige Offenheit und Gelassenheit gibt ihr Ruhe
+ Grübeln und Sorgen schwächen die Milz; Achtsamkeit und für andere da sein, stärkt sie
+ Angst raubt Lebenskraft und lähmt die Nieren; Mut und liebevolle Beziehungen stärken sie

Umgekehrte Reaktionskette:
+ Durch zuviel Kaffegenuss kann Herzhitze ausgelöst werden; dies führt zu Zeitdruck und innerer Unruhe.
+ zuviel Zucker- und Milchgenuss führt zu Qi - Mangel der Milz; man neigt zu grübeln und sich Sorgen machen
+ Hitze der Leber aufgrund von Alkohol oder starken Verzehr von Schweinefleisch führt zu Aggression.

Anwendung:
Nahrungsmittel werden entsprechend der Jahreszeiten und der persönlichen Konstitution ausgewählt. So hat man über das ganze Jahr genug Energie zur Verfügung. Die fünf Elemente repräsentieren fünf Geschmacksrichtungen in einem Gericht sollen alle fünf Geschmacksrichtungen vertreten sein ' Alle Organe werden ausreichend versorgt.
Durch das Kochen im Zyklus der fünf Elemente (alle Zutaten werden im Fütterungszyklus Holz - Feuer - Erde - Metall und Wasser in den Kochtopf gegeben) wird die Speise speziell energetisiert. Die Organe des Elements, das als letztes in den Kochtopf kommt, wird besonders betont.

Literatur:
Baule Gisela: Kochen mit den Fünf Elementen
Buchmann Monika: Fünf-Elemente- Küche für vier Menschentypen
Eckert Achim: Das heilende Tao
Fahrnow Ilse: Fünf Elemente Ernährung
Fehrer Roswitha: Das Fünf Elemente Kochen im Einklang mit den Jahreszeiten
Heinen Martha: Kochen und leben mit den Fünf Elementen
Kunkel Christoph: Chinesiche Fünf-Elemente-Ernährung
Lang Marianne: Fünf Elemente Küche
Temelie Barbara: Ernährung nach den Fünf Elementen; Die Fünf Elemente Ernährung für Mutter und Kind; Das Fünf Elemente Kochbuch
Wetter Ursula: Fünf-Elemente-Küche


HARMONISCHE ERNÄHRUNG

Herkunft:
Dr. Devanando Otfried Weise

Hintergrund:
Die Harmonische Ernährung basiert auf der Tatsache, dass jeder Mensche verschieden ist und deshalb eine individuell angepasste Ernährung braucht, um mit sich und seiner Umwelt in Harmonie und damit gesund sein zu können. Ideal ist es, wenn jeder Mensch die zu seinem Grundtyp und den jeweiligen Lebensumständen passende Ernährung selbst erspürt.

Die Harmonische Ernährung basiert auf der Lehre der klassischen vier Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde aus der traditionellen griechischen Medizin nach Hippokrates. Hippokrates, dessen Eid die Ärzte schwören, gilt als Begründer der klassischen Medizin Europas. Von dem altägyptischen Weisen Hermes Trismegistos übernommen, hat er die vier Elemente (Luft, Feuer, Wasser, Erde) als seine bekannten vier Typen (sanguinisch, cholerisch, phlegmatisch, melancholisch) vorgestellt. Unter dem Einfluss des berühmten Arztes Galen beherrschten sie als die vier "Humores" (Blut, gelbe Galle, Schleim und schwarze Galle) die europäische Medizin bis zum Einbruch der naturwissenschaftlichen Neuorientierung vor etwa 200 Jahren. In der Naturheilkunde spielen die vier Elemente heute noch eine bedeutende Rolle.

Hippokrates hat jedoch auch die östliche Welt beeinflusst: über den berühmten persischen Arzt Avicenna (Ibn Sina, den Sie vielleicht aus dem berühmten Bestseller "Der Medicus" kennen,) gelangte die "Griechische Medizin" nach Indien, wo sie sich unter den Mogulkaisern (bekanntester Akbar der Große) verbreitete und noch heute unter dem Namen Unani-Medizin (ist Arabisch und bedeutet griechische Medizin) von vielen Tausend Ärzten praktiziert wird. Sie steht dort gleichberechtigt neben Ayurveda, "English Medicine" (die Schulmedizin westlicher Prägung) und Homöopathie. Die traditionelle griechische Medizin (TGM, Unani) und Ayurveda stimmen in den entscheidenden Punkten überein.

Die Harmonische Ernährung schöpft aus beiden Systemen. Die vier Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde von beiden Systemen stimmen mit den gleichnamigen vier Elementen der Astrologie überein. Auf dieser Übereinstimmung basieren die Systeme der astrologischen Ernährungslehre und der Astromedizin und des dazu passenden Lifestylemanagements nach Dr. Weise.

Die Ernährung wird individuell je nach Konstitutionstyp gewählt. Die Bestimmung des Körpertyps erfolgt mit Hilfe der Astrologie. Oft ist die angeborene Grundkonstitution durch Erziehung und Lebens-Umstände verschoben. Dies kann man durch Ausarbeitung eines Fragebogens feststellen und fließt in die Ernährungsberatung mit ein.
Da die Menschen unterschiedlich veranlagt und geprägt sind, liegt es auf der Hand, dass eine Ernährungsvorschrift oder Empfehlung nicht für alle gleich gültig sein kann. Jeder Elementstyp hat ernährungsmäßig seine Vorlieben und Gewohnheiten z.B. der Erdtyp schätzt traditionelle Hausmannskost, der Wassertyp liebt ein Essen mit schönem, luxuriösem Rahmen, der Feuertyp isst gern viel und scharf und dem Lufttyp ist essen nicht so wichtig wie Kommunikation.

Die Elementsanteile aus der Berechnung des Geburtshoroskops stellt unser Potential in diesem Leben dar und sollte deshalb angestrebt werden. Durch den Verlauf unseres Lebens, unsere Prägungen durch Familie und Umwelt usw. verstärken oder vernachlässigen wir oft Elementsanteile, die wir aber veranlagt hätten. Durch die richtige Auswahl von Nahrungsmitteln, die Verwendung der richtigen Kräuter und Gewürze kann man dieses entstandene Ungleichgewicht wieder angleichen.

Ziele der Harmonischen Ernährung:
+ sich Zeit nehmen für Einkauf, Zubereitung und Verzehr
+ das Essen aus besten Grundlebensmitteln selbst zubereiten
+ Produkte aus biologischer Landwirtschaft bevorzugen
+ schonende Garverfahren anwenden
+ Rohkostanteil an der Nahrung typgerecht erhöhen oder zurücknehmen
+ möglichst reines, mineralarmes, stilles Wasser trinken
+ zweckmäßige Lebensmittelkombinationen beachten
+ auf den täglichen menschlichen Rhythmus achten

Jeder Mensch sollte seine individuelle Ernährung in Eigenverantwortung selbst herausfinden:
+ sich gründlich informieren
+ auf den eigenen Körper und dessen Bedürfnisse hören
+ Instinkt, Gefühl, Verstand und Intuition einsetzen
+ auch die mitmenschlichen Bedürfnisse berücksichtigen
+ sich nicht überfordern oder fanatisch sein
+ liebevoll mit sich selbst umgehen

Durchführung:
Durch Verwendung der Astrologie (Bestimmung des angeborenen Grundtyps) und des momentanen Lebensstandes (Fragebogen) der Person ist es möglich, für jeden die individuell optimale Ernährung und den passenden Lebensstil zu finden. Durch die Verwendung von Kräutern und Nahrungsmitteln kann man vernachlässigte oder zu wenig ausgebildete Elementsanteile stärken.

Bevorzugte Lebensmittel:
+ alle Arten von Obst, besonders am Vormittag und immer roh
+ Bananen und Trockenfrüchte als Süßigkeiten
+ Garten- und Wildkräuter zur Versorgung mit Vitalstoffen und Mineralien und zur Anregung der Verdauung
+ Gemüsefrüchte: Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Avocado, Stangensellerie und Blattsalate
+ Blüten-, Blatt-, Stengel- und Wurzelgemüse, Algen
+ angekeimtes Getreide, Samen und Hülsenfrüchte, eingeweichte Nüsse und Samen
+ kaltgepresste Öle, Butter, Sahne, Ghee
+ Gewürze zur Anregung der Verdauung und zur geschmacklichen Befriedigung
+ ab und zu Vollkornbrot

Anwendung:
Die Harmonische Ernährung wirkt Krankheiten entgegen und durch das ständige Hineinspüren in sich, um seines Lebens Sinn und Ziel zu finden betreibt man auch beste Krankheitsvorbeugung und ermöglicht der Seele ihren Willen und ihrer Absicht Ausdruck zu geben.

Tipps auf dem Weg zur Harmonischen Ernährung:
+ raus aus den Zwängen!
+ kämpfen Sie nicht mehr gegen sich selbst
+ versuchen Sie, sich zu akzeptieren
+ erkunden Sie Ihr eigenes Potential und leben sie es
+ seien Sie ehrlich zu sich selbst und zu anderen
+ richten Sie Ihren Blick verstärkt nach innen
+ nehmen Sie Kontakt zu Körper und Gefühlen auf
+ lernen Sie durch Fehler und eigene Erfahrungen
+ bewusstes Essen fußt auf Vertrauen und Dankbarkeit

Literatur:
Otfried D. Weise: Harmonische Ernährung; Zur eigenen Kraft finden; Entschlackung, Entsäuerung, Entgiftung; Melone zum Frühstück; Trinkwasser - Quelle des Lebens

HAY`SCHE TRENNKOST

Herkunft:
aus Amerika, etwa Ende 19. Jhdt.; Begründer: Howard Hay

Hintergrund:
Hay ist der Ansicht, dass Eiweiß und Kohlenhydrate verschiedene Bedingungen zur Verdauung brauchen und deshalb nicht gleichzeitig verzehrt werden sollen, da es sonst im Darm zu Gärung kommt.

Die Nahrungsmittel werden eingeteilt in:
+ kohlenhydratüberschüssige ( Getreide, Kartoffeln, Zucker, usw.)
+ eiweißüberschüssige ( Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte)
+ neutrale (Fette, Gemüse und Gewürze)
+ basenüberschüssige (Obst, Gemüse, Milch, Joghurt)
+ säureüberschüssige (Käse, Topfen, Fisch, Fleisch, Eier, Getreideprodukte)

Durchführung:
Bei einer Mahlzeit sollen nur kohlenhydratreiche und neutrale oder eiweißreiche und neutrale Lebensmittel kombiniert werden. Gleichzeitiges Verzehren von konzentriert kohlenhydrathältigen und konzentriert eiweißhaltigen Lebensmittel ist nicht erlaubt.
Die Ernährung sollte im Verhältnis 80 (basenbildend) zu 20 (säurebildend) aufgeteilt sein.

Anwendung:
Trennkost soll als Krankheitsvorbeugung und auch als Heilnahrung für Kranke dienen.

Literatur:
Donhauser Rose: Vegetarische Trennkost nach Dr. Hay
Habgood Jackie: Hay´sche Trennkost - leicht gemacht
Harper Helen: Schnelle Trennkostküche
Heintze Thomas: Alles über die Haysche Trennkost
Knophius Heike: Trennkost
Summ Ursula: Das große Buch der Trennkost; Meine Trennkost für Einsteiger; Schlank werden nach Dr. Hay, Trennkost
Walb Ludwig: Original Haysche Trennkost


MAKROBIOTIK

Herkunft:
Makrobiotik kommt aus dem Osten und ist durch die Japaner George Oshawa (1893-1966) und Michio Kushi bekannt geworden.

Hintergrund:
Makrobiotik basiert auf der Ideologie des Zen-Buddhismus.
Yin und Yang sind zwei entgegengesetzte, doch von einander abhängige Prinzipien. Yin steht für ausdehnende Kräfte und Bewegungen, Yang für zusammenziehende Kräfte. Ein dynamisches Gleichgewicht von beiden bringt Gesundheit und Glück. Auch Nahrungsmittel werden in Yin und Yang eingeteilt.

Auch körperliche und geistige Zustände lassen sich mit Yin und Yang beschreiben. Zerstreutheit und Müdigkeit sind z. B. Folge eines Yin-Überschusses, während Aggression und Unruhe Folge eines Yang-Überschusses sind. Feuchte Hände und Übergewicht sind Folge einer zu stark yin-betonten Nahrung mit Zucker, Alkohol, Kaffee, Kuchen und Südfrüchten. Verspannungen und Gelenkversteifungen sind Folgen einer zu stark yang-betonten Ernährung mit Fleisch, Eiern, Käse und Salz.

Georges Ohsawa

Wenn auch die Ernährung den Kern der Makrobiotik bildet, so gehört dazu auch die Philosophie und die körperliche Bewegung. Dabei ist Makrobiotik an keine Konfession gebunden. Der Sinn des Lebens wird in der Entwicklung eines höheren Bewußtseins gesehen, in dem alle Lebewesen im Universum miteinander verbunden sind. Das Leben gibt uns Prüfungen auf, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Unsere Freiheit erreichen wir nur, indem wir uns an die Gesetze der Natur halten, die unsere Vorfahren seit Jahrtausenden entdeckt und im Taoismus praktiziert haben. Zu diesem Erfahrungswissen gehören eben auch körperliche und meditative Übungen wie Qi Gong, Tai Chi Chuan und Do-In, welche die Steuerung des Engergieflusses (Chi) verbessern und ebenfalls zur Gesundheit beitragen.

Durchführung:
Die Ernährung ist optimal, wenn das Verhältnis von Yin und Yang 5 zu 1 beträgt (wie beim Getreide ' optimales Nahrungsmittel).

+ Yin-Qualitäten sind: kalt, dunkel, weiblich, schnell wachsend , süß, sauer, scharf, weich, nach oben wachsend, schnell verderblich
+ Yang-Qualitäten sind: heiß, hell, männlich, langsam wachsend, salzig, bitter, hart, fest, nach unten wachsend, lange haltbar

Der Schwerpunkt liegt bei Vollgetreide, Hülsenfrüchte und deren Produkte z.B. Tofu. Ergänzt wird die Kost durch Meeresfrüchte, Salate, Nüsse und Obst. Fleisch, Eier, Milch, Obst und Gemüse aus den Tropen, Kartoffeln, Paprika, Auberginen, Tomaten, Süßungsmittel, Kaffee und Alkohol werden strikt abgelehnt.

Lebensmittel sollen aus biologischen Anbau und aus der Region stammen; getrunken wird nur bei Durst.

Anwendung:
Makrobioten sind der Ansicht, dass Krankheit ein Ungleichgewicht ist, welches durch die Wiederherstellung des Gleichgewichts mit richtiger Ernährung und Selbstreflexion wieder zur Gesundheit führt.

Literatur:
Acuff Steven: Das makrobiotische Gesundheitsbuch
Aihara Cornelia: Die hohe Kunst des makrobiotischen Kochens
Kushi Aveline: Aveline Kushi´s großes Buch der makrobiotischen Küche
Kushi Michio: Das große Buch der makrobiotischen Ernährung und Lebensweise
Ohsawa Georges: Makrobiotische Ernährungslehre nach Ohsawa; Lebensführer Makrobiotik; Makrobiotik, Eine Einladung zu Gesundheit und Glück
Tobler Catherine: Makrobiotik leicht gemacht

ROHKOST

Hintergrund:
Durch Gegartes oder Gekochtes wird der Körper vergiftet, da das menschliche Verdauungssystem nicht an die Verwertung erhitzter Nahrung angepaßt ist. Durch das Kochen verändern sich die Lebensmittel stark und es werden viele Vitamine und Enzyme zerstört.
Rohe Nahrung in Form von reifen Früchten versorgt den menschlichen Körper optimal mit allen lebensnotwendigen Stoffen (vor allem der Fruchtzucker geht direkt ins Blut und gibt Energie) ohne die Verdauung zu belasten.
Der menschliche Körper sieht gekochte Nahrung als Fremdkörper an - es kommt zu einem rapiden Anstieg der weißen Blutkörperchen (Verdauungs-Leukozytose), und damit zu einer Schwächung des Immunsystems.

Die Heilkraft der vegetarischen Rohkost:
+ Sonneninformation durch die lebende Zelle
+ hoher Gehalt an kolloidal-strukturiertem Zellwasser
+ hoher Gehalt an Vitalstoffen
+ hoher Gehalt an Mineralien und Spurenelementen
+ hoher Ballaststoffgehalt beschleunigt die Darmpassage
+ vergleichsweise niedriger Gehalt an Umweltgiften und Fremdstoffen
+ frei von Schadstoffen durch Erhitzen oder aus industrieller Produktion
+ in Form von Säften, hohe Verträglichkeit für Schwerkranke

Rohkost ist Heilnahrung - Kochkost ist Mastnahrung!

Durchführung:
Nahrung soll hauptsächlich aus rohen Obst und Gemüse bestehen. Wenn tierische Produkte gegessen werden, dann auch nur roh.

Wichtigste Vertreter:

Franz Konz

Helmut Wandmaker

David Wolfe


Viktorias Kulvinskas


Guy-Claude Burger


Gabriel Cousens

Vegane Rohkost nach Franz Konz (Urkost):
Die richtige Ernährung besteht in der Hauptsache aus Wildkräutern (sie sind für Ihn absolut unverzichtbar), Gemüse und in gewissem Umfang auch Früchten. Grünes Gemüse ist wegen des reichlich enthaltenen Chlorophylls von besonderer Bedeutung. Nüsse und Samen zu einem kleinen Anteil ergänzen die Nahrung. Für Franz Konz ist die tägliche Ur-Bewegung (hier gibt es spezielle Übungen) und ein "ausgeglichenes Gefühlsleben" wichtig.

Vegane Rohkost nach Helmut Wandmaker:
Helmut Wandmaker ist einer der größten deutschen Rohkostpioniere. Viele sind durch sein Buch: "Willst du gesund sein? Vergiß den Kochtopf!" zur Rohkost gekommen. Er ist der Meinung, dass eine reine Früchtekost das Ideale wäre. Von Wildkräutern hält er wenig.

Sonnendiät von David Wolfe:
David Wolfe ist der Meinung, dass es wichtig ist, bei der Rohkosternährung in Balance zu bleiben. Mit einer einseitigen Ernährung z. B. fast nur Früchte kommt der Körper schnell aus dem Gleichgewicht, deshalb empfiehlt er darauf zu achten, dass man von verschiedenen Kategorien Nahrung zu sich nimmt:
+ süße Früchte
+ Fette (Oliven, Durian, Nüsse)
+ grünblättriges Gemüse (besonders Kräuter)
Das ergibt ein Dreieck und in der Mitte befinden sich die nicht süßen Früchte, die neutral sind.
Für sehr wichtig hält er frisch gepresste Säfte besonders Stangenselleriesaft. David Wolfe ist gegen künstlich hergestellte Vitamine und Nahrungsergänzumgsmittel.


Vegane Rohkost nach Viktoras Kulvinskas:
Für Kulvinskas ist die vegane Rohkost die Beste und die Früchtenahrung die Idealnahrung. Jedoch sind nach seiner Überzeugung nur wenige Menschen fähig, das umzusetzen, da reine Früchtenahrung zu empfindlich macht und dazu führen kann, dass man mit der heutigen Umwelt gar nicht mehr zurecht kommt. Er hält sehr viel vom regelmäßigen Verzehr von Weizengrassaft. In seinem Buch "Überleben im 21. Jahrhundert" das weltweit in einer Stückzahl von über einer halben Million verkauft wurde, geht er auf alle Aspekte des Lebens ein, vor allem auch auf die spirituelle Entwicklung.

Instinktive Rohkost nach Guy-Claude Burger:
Man hat mehrere (möglichst viele) Nahrungsmittel zu Auswahl, riecht daran und der Nahrungsinstinkt zeigt dem Esser dann, was er gerade braucht. Burger propagiert auch
rohe tierische Produkte (z. Tl. Noch lebend wie Heuschrecken, z. Tl. viele Tage abgehangen).
Die Lebensmittel werden nicht vermischt oder gewürzt. Sie müssen aus biologischem Anbau stammen und dürfen nicht überzüchtet sein, sonst wird der Nahrungsinstinkt überlistet.

Regenbogenernährung von Gabriel Cousens:
Schon Max Bircher-Benner und Rudolf Steiner waren der Auffassung, dass rohe Pflanzen in ihren Zellen Sonnenlichtenergie speichern. Cousens meint, dass man anhand der Farbe eines Lebensmittels die Art der gespeicherten Energie erkennen kann. Die Lebensmittel werden den sieben Grundfarben des Regenbogenspektrums zugeordnet. Diese kann man wieder den sieben Chakren und den dazugehörigen Drüsen und Organen zuordnen. Z. B. unterstützen grüne, magnesium- und kalziumreiche Gemüsearten das Herz, weil das Herz der grünen Farbe zugeordnet wird.
Man soll jeden Tag das volle Spektrum der verschiedenfarbigen Lebensmittel essen ' damit deckt man den Bedarf auf körperlicher und feinstofflicher Ebene optimal.
+ Frühstück: Grundfarben sind rot, orange, gelb, Früchte: Äpfel, Orangen, Bananen, Nüsse, Samen, Gemüse, Getreide und alle weißen Lebensmittel.
+ Mittagessen: Grundfarben: grün, gelb, blau; Grüne Salate, Getreide, Nüsse, Samen und Meeresalgen.
+ Abendessen: Grundfarben: gold, blau, indigo, lila, Getreide, goldene Früchte, Papayas, Mangos, rötlich-lilafarbene Rüben, rote und lilafarbene Meeresalgen, alle weißen Lebensmittel.

Anwendung:
Vegane Rohkost heilt (fast) alle Krankheiten! In Fällen sehr stark fortgeschrittener Krankheiten wird durch Rohkost zumindest eine Linderung erreicht.

Literatur:
Burger Guy-Claude: die Rohkosttherapie
Cousens Gabriel: Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension
Konz Franz: Der große Gesundheits-Konz
Kulvinskas Viktoras: Leben und Überleben im 21. Jahrhundert
Nöcker Rose-Marie: Fit mit Rohkost
Opitz Andrea: Köstliche Lebenskraft; Ernährung für Mensch und Erde
Peiter Jamila: Pro und Contra Rohkost-Ernährung
Robbins John: Ernährung für ein neues Jahrtausend
Spiller Wolfgang: Vegane Rohkost
Wandmaker Helmut: Willst Du gesund sein? Vergiß den Kochtopf!
Wilz Gregor: Vegetarische Rohkost
Wolfe David: Die Sonnen-Diät

 

VEGETARISMUS

Begründer:
Pythagoras (6.Jhdt. v. Chr.), Porphyrius (234 - 304 n. Chr.) u. v. a.

Hintergrund:
religiös - ethische und politisch - ökologische Gründe

Man unterscheidet:
1. Die Pudding-Vegetarier: Sie ernähren sich landesüblich inklusive der modernen Produkte der Ernährungsindustrie, nur lassen sie Fleisch, Fisch und Produkte daraus weg.
2. Die Vegetarier mit ovo-lakto-vegetabiler Kost: Sie essen neben pflanzlicher Kost auch Eier, Milch und Milchprodukte.
3. Die Vegetarier mit lakto-vegetabiler Kost essen pflanzliche Nahrung und Milch.
4. Die Veganer, die streng auf pflanzliche Produkte beschränkt sind.
5. Die Rohkostveganer, die nur pflanzliche Rohkost essen

Fünf Richtlinien für Vegetarier nach Gabriel Cousens:
+ Essen sie natürliche Lebensmittel: Lebensmittel sollen auf natürlich fruchtbaren Böden biologisch angebaut werden. Solche Produkte sind denen aus konventioneller Landwirtschaft vorzuziehen.
+ Essen Sie ganze Lebensmittel: das sind solche, die nicht zerteilt oder anderweitig verändert wurden. Sie enthalten alle ursprünglich vorhandenen Nähr- und Vitalstoffe.
+ Wenn man einem Lebensmittel eine chemische Substanz hinzufügt oder ein natürlicher Inhaltsstoff entfernt wird, stört dies die harmonische Ausgewogenheit. Ausnahme: frischgepresste Säfte
+ Die Gaben der Natur verschlechtern wir nur, wenn wir sie verändern. Kaum jemand kann von sich behaupten, die feinstoffliche Energie, Biophysik und Biochemie der natürlichen Lebensmittel vollständig zu verstehen.
+ Essen Sie hauptsächlich lebende Nahrung: Lebensmittel sollen nicht gekocht werden, da sonst die energetischen Muster, die uns ihre Lebenskraft übertragen, zerstört werden.
+ Essen Sie biologisch angebaute, giftfreie Lebensmittel
+ Essen Sie viele natürliche Kohlenhydrate und wenig Eiweiß:
+ Große Eiweißmengen wirken sich immer nachteilig auf die Gesundheit aus.


Paul Mc Cartney, bekennender Vegetarier

 

Im Unterschied zu tierischer Nahrung fördern die kosmischen Kräfte, die wir über die Pflanzen aufnehmen, unsere Harmonie mit dem Universum und unsere spirituelle Entwicklung.
Eine vegetarische Ernährung vermeidet die brutale Ausbeutung der Tiere (Massentierhaltung, Hormonbehandlung, unwürdige Transporte, grauenhafte Schlachtung, usw.).
Der Verzehr von pflanzlichem Leben steht im Einklang mit der Natur, da die Früchte und Gemüse in saisonbedingten Zyklen geerntet werden und ihre natürliche Lebensspanne dadurch nicht verkürzt wird.

Durchführung:
Um vegetarische Kost zu verdauen, bedarf es eines stärkeren inneren Lichtes. Außerdem ist mehr Verdauungskraft erforderlich als bei Fleischnahrung. Deshalb sollte eine Umstellung auf vegetarische Kost behutsam und schrittweise erfolgen. In der Umstellungsphase treten oft Entgiftungs-Reaktionen auf. Mit Geduld und Verwendung von hochwertigen Lebensmittel, Kräutern und Gewürzen hat man diese bald im Griff. Bei erhöhter Kälteempfindlichkeit sollte man vermehrt wärmende Kräuter und Lebensmittel verwenden.

Vorteile:
Vegetarier haben gegenüber Fleischessern weniger Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislaufkrankheiten, Magen-Darmkrankheiten, Gicht, usw., Blutdruckwerte und Blutfette sind offensichtlich niedriger und Vegetarier Leben angeblich länger.
Einer fleischorientierten Kost ist die vegetarische Ernährungsweise aus gesundheitlicher Sicht überlegen. Die vegetarische Ernährung ist ein Ausdruck von Liebe zu sich selbst und dem eigenen Körper.

Literatur:
Ashworth Sue: Vegetarische Küche
Barkawitz Suzanne: Vegan genießen
Butts Lauren: Ok, du bist Vegetarierin, und jetzt?
Clements Kath: Vegan
Cousens Gabriel: Harmonie und Gesundheit mit vegetarischer Ernährung
Gleïzès: Thalysia (ein frühes Werk über die Grundlagen des Vegetarismus und zahlreiche berühmte Vegetarier)
Guist Christine: Vegetarisch genießen. Grundlagen, Hintergründe, Rezepte
Höcker Bernd: Vegetarier Handbuch
Kaplan Helmut: Leichenschmaus
Klingel Brigitta: Vegan Küche
Langley Gill: Vegane Ernährung
Leitzmann Claus: Vegetarische Ernährung: Vegetarismus, Grundlagen, Vorteile, Risken
Newkirk Ingrid: Die vegane Küche
Porphyrius: Über die Enthaltsamkeit von Beseeltem!
Rosen Steven: Die Erde bewirtet euch festlich
Stolzenberg Günther: Weltwunder Vegetarismus
Weber Marlis: Vegetarisch vital
Zürrer Ronald: Vegetarisch leben

VOLLWERTKOST

Herkunft:
Deutschland
Begründer: Kollath

Hintergrund:
Kollath war der Ansicht, die Nahrung so natürlich wie möglich zu lassen. Jede Verarbeitung vermindert nach ihm den Gehalt an Inhaltsstoffen.
Kollaths "Ordnung der Nahrung" teilt die Nahrung wie folgt ein:

Lebensmittel - natürlich
+ mechanisch verändert
+ fermentativ verändert

Nahrungsmittel - erhitzt
+ konserviert (z. B. Weißbrot, Kuchen, Gemüsekonserven)
+ präpariert (z. B. Kunstfette, Zucker, Aromastoffe)

Je frischer und unverarbeiteter, umso vollwertiger ist die Nahrung. Es soll so viel wie möglich frisch verzehrt werden, also Rohkost. Besonderen Wert wird auf Vollkorngetreideprodukte gelegt (Frischkornbrei von Dr. Bruker)

Charakteristika:
+ Vollkornmehl ist Auszugsmehl vorzuziehen
+ Obst, Gemüse und Salate sollten reichlich und möglichst roh verzehrt werden
+ Honig und süße Früchte sollen den Industriezucker ersetzen
+ frisch gepresste Öle sind raffinierten Fetten bei weitem überlegen
+ pflanzliches, natives Eiweiß soll statt tierischem, erhitzten Eiweiß gegessen werden
+ Konserven, Präparate und Genußmittel sind zu vermeiden
+ die Nahrung wird nach chemischer Zusammensetzung (Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen usw.) beurteilt
+ die Nahrung soll einen hohen Anteil an Vitalstoffen enthalten
+ die Produkte sollen aus biologischem Landbau stammen und umweltverträglich sein
+ es werden Produkte aus der Region und entsprechend der Jahreszeiten verwendet

Vertreter der Vollwerternährung:
Claus Leitzmann Leitzmann (Jahrgang 1933): em. Prof. der Ernährungswissenschaften in Gießen
Werner Kollath (1892 - 1970): Pionier der Vollwerternährung
Maximilian Bircher-Benner (1867-1939): Erfinder des Müslis
Johann-Georg Schnitzer (Jahrgang 1930): entwickelte zwei rein pflanzliche Kostformen:
Intensivkost (nur Rohkost) und Normalkost (Rohkost mit Vollkornbrot, Reis, Kartoffeln)
Max-Otto Bruker: Erfinder des Frischkornbreis; Zucker ist für ihn total verpönt

Maximilian
Bircher-Benner

Werner Kollath

Max-Otto Bruker

Johann Schnitzer

Claus Leitzmann

Barbara Rütting

Anwendung:
Krankheiten werden zum großen Teil auf falsche Ernährung zurückgeführt. Vollwertkost soll Übergewicht, Verstopfung beseitigen, Rheuma, Diabetes, Leber- und Galleerkrankungen bessern, Herz- und Kreislauferkrankungen und Allergien vermeiden (Zivilisationskrankheiten).

Literatur:
Berner Hans-Günther: An vollen Töpfen verhungern
Bircher - Benner: Am Weg zur großen Heilkunde; Ordnungsgesetze des Lebens; Der Menschenseele Not; Bircher-Benner-Kochbuch
Bircher, Ralph: Geheimarchiv der Ernährungslehre
Bruker Otto: Unsere Nahrung, unser Schicksal
Koerber Karl von, Thomas Männle & Claus Leitzmann: Vollwert-Ernährung
Kollath Werner: Die Ordnung unserer Nahrung; Der Vollwert der Nahrung
Leitzmann Claus: Vollwertküche für Genießer
Rütting Barbara: Mein neues Kochbuch